Der Beginn der Freiwilligen Feuerwehr Techelweg

Gründerhauptmann Perdacher Josef
Gründerhauptmann Perdacher Josef

Im Winter des Jahres 1925 reifte unter den Besitzern der Ortschaft Techelweg der Gedanke, für den Ort Techelweg und Umgebung eine eigene Feuerwehr zu bilden und zu gründen.

Die Freiwillige Feuerwehr in Schiefling am See, zu welcher bisher auch unsere Techelweger angehörten, hat über Anregung derselben, vertreten durch sämtliche Kommandantschaftsmitglieder am 25.2.1925 im Gasthaus Perdacher in Techelweg eine Besprechung mit den Besitzern der Ortschaft Techelweg abgehalten, um den Wünschen dieser Ortschaft Rechnung zu tragen, die kleine Abprotzspritze von Schiefling nach Techelweg zu überstellen. Die Besitzer von Techelweg selbst erklärten sich bereit zur Unterbringung dieser Spritze und den nötigen Requisiten eine passende Spritzhütte am Bach südlich der Ortschaft aus eigenen Kräften aufzustellen. Indem aber die Feuerwehr Schiefling den Techelwegern über diese Feuerspritze ein zugeringes Verfügungsrecht eiräumte und auf die Möglichkeit zur Bildung einer , den Schieflingern untergeordneten Filial-Feuerwehr niemals nicht gegeben würde, verzichteten die Techelweger auf die Überlassung der nun angebotenen Feuerspritze und dieses um so mehr, da der Herr Gastwirt Josef Perdacher sich bereit erklärte aus eigenen Mitteln eine Feuerspritze für Techelweg anzukaufen.

Nun wurde auf die Gründung eines eigenen freiwilligen Feuerwehrvereins zuerst bedacht genommen und dies um so mehr da die Herstellung einer Spritzenhütte von den Techelwegern offensichtlich schon beschaffen wurde.
Um die Gründung dieser Feuerwehr in gang zu bringen , hat am 15. März 1925 Herr Gastwirt Josef Perdacher sämtliche männliche Insassen der Ortschaft Techelweg und Umgebung zu einer Besprechung eingeladen, zu welcher diese auch vollzählig erschienen sind.
Die Versammelten haben diesmal hier beschlossen einen freiwilligen Feuerwehrverein neu zu gründen und haben aus den Anwesenden über 50 Mann ihren Beitritt zu dem Verein angemeldet.

Hierauf wurde am 22. März 1925 im Gasthaus Perdacher in Techelweg die Gründungsversammlung einberufen, und abgehalten, wobei den Versammelten die Vereinsstatuten verlesen und erörtert wurden, zuzüglich wurde von den über 50 anwesenden Mitgliedern die Kommandantschaft gewählt.

Diesmal erklärte Herr Gastwirt Josef Perdacher, er habe soeben eine einreihige Abprotzspritze für Techelweg und für diesen Feuerwehrverein angekauft und mit eigen Mitteln bezahlt zu haben.
Laut eingelangter saldierter Rechnung, von der Firma Ferdinand Jergitsch und Söhne in Klagenfurt kostet die angeschaffte Feuerspritze 2245,00 Schillinge, ferner wurden auch Schläuche hiezu um 828,50 Schilling und die Ausrüstung (Spaten, Gürtel, Seile), um 566,90 Schilling gleichfalls von Herrn Feuerwehrhauptmann Josef Perdacher angekauft und aus eigenen Mitteln bezahlt.Nun wurde auch zum Aufbau der Spritzenhütte vorangegangen und Vorkehrungen getroffen, jeder versprach nach seinen Kräften beizutragen namentlich unter den Besitzern in der Ortschaft Techelweg selbst, worunter die Besitzerin Frau Josefine Thaler vlg. Ruditz vorerst den Grund für den Bau kostenlos opferwillig überlassen hat. Laut Vormerkung des Baukomitees dieses Baues haben die nachstehend bennanten Besitzer in folgender weise zum Aufbau der Hütte beigetragen wie folgt:
Herr Thomas Pitschek vlg.Kordasch 1500 Dachschindel, 2 Stück zu je 12m langen Piloten, 4 Stück Mauerbänke 8 Stück Bretter, die nötigen Bänke und 2m3 Schotter für Beton, sowie 5S für Zimmerleute.
Josefine Thaler vlg. Ruditz gab 700 Stück Schindel und 4 Stück Bretter vier Latten, 10 Stück Bauholtz 6/4 und 4m lang, 2m3 Schotter und vier Mannschaften.
Felix Pitschek vlg. Pitschek gab 800 Stück Dachschindel 8 Stück Bretter, 4 Stück Bauholz 4/6 6m lang 2m3 Betonschotter und 4 Mannschaften und 10S für die Zimmermannsarbeit.
Florian Humnig vlg. Toman gab aus 4 Stock die Bretter, 2 Fuhren Bauholz und 4m3 Schotter Thomas Humnig vlg. Kegel gab 10 kg Nägel, die nötigen Latten einen Tram 6m lang 14/18 stark behaut.
Jakob Perdacher, vlg. Schludermann lieferte 300kg Zement 1000 Stück Schindel 8 Stück Bretter 2 Mannschaften 2m3 Betonschotter 10S für Zimmermannsarbeiten. Klara Wrulich lieferte 100 kg Zement, von 2 Stock die Bretter 2 Stück Bauholtz 6/8 7m lang, 2m3 Schotter und 2 Mannschaften.
Josef Perdacher lieferte das Türschloß samt Bänder 16 kg Nägel vier tagschichten und Bezahlung zweier Zimmermannschaften.
Lorenz Kramer vlg. Jansche lieferte 1000 Stück Schindel einige Stück Bauholz von 4 Stock die Bretter 2m3 Schotter und leistete selbst etwa 12 Zimmermannschaften.
Anton Tusch behaute das nötige Bauholz und verarbeitete 4 Tagschaften eines Zimmermanns.
Johann Media aus Albersdorf arbeitete zwei Tage als Zimmermann unentgeltlich, und der Maurer fertigte die Betonierung- den Unterbau der Spritzenhütte, Herr Hans Thaler zahlte auch 5S für Zimmermannschaften.
Sämtlichen wurde für die Opferwilligkeit vom Feuerwehrverein der Dank ausgesprochen. Schließlich bezahlte Herr Josef Perdacher auch noch die Rechnung des Zimmermeisters Georg Pauker im Betrag von 129,60S für die Aufstellungsarbeiten der Spritzhütte.
Nach Einlauf der von der Landesregierung genehmigten Vereinsstatuten wurde der Verein rechtskräftig, die Mitglieder haben sich in der zeit prächtige Uniformen beschaffen und sodann erfolgt am 28.6.1925 durch Herrn Feuerwehrhauptmann Josef Perdacher die feierliche Überführung der angekauften Feuerspritze von Klagenfurt nach Techelweg. Die Feuerwehrmannschaft ging im Marsch bis Roda der Spritze entgegen, wo der feierliche Empfang derselben stattgefunden hat. Die Spritze wurde prächtig dekoriert, mit zwei Schimmelpferden bespannt und wurde von hier mit Musik begleitet, feierlich in die Ortschaft Techelweg eingeführt. Es war dies an einen schönen Sonntag nachmittags und war wirklich ein Tag der fast jeden Mitglied innig in angenhmer Erinnerung verbleiben wird.
Sodann wurden von Zeit zu Zeit mit Eifer Feuerwehrübungen abgehalten und die Mannschaft wurde entsprechend ausgeübt.

Einweihung der Feuerwehrspritze und des Spritzenhauses am 31. August 1925.
Einweihung der Feuerwehrspritze und des Spritzenhauses am 31. August 1925.
Quelle der Chronik, Schriftprotokolle der FF Techelweg seit dem Jahre 1925.